Obedience mit Zac(k)

Training

Gutes Training ist die Grundvoraussetzung für Erfolg. Obwohl es oft anders behauptet wird, ist Obedience nicht eine spezielle Ausbildungsform. Nur das Ergebnis, die Übungen auf Prüfungsniveau, ist vorgegeben. Wie man dahin kommt, ist jedem selbst überlassen. Natürlich werden die meisten von uns heute nach modernen Gesichtspunkten, wie positiver Verstärkung etc., arbeiten. Nur so lässt sich schließlich ein wirklich strahlend arbeitender Hund erreichen. Was aber für den einzelnen Hund positiv ist und wie man ihm am besten etwas vermittelt, ist sehr individuell. Hier hilft nur viel Fantasie, genaues Beobachten und im Zweifel immer wieder von vorne beginnen.

Im Nachfolgende ein paar Tipps und Anregungen.

Clicker
Grundstellung
Ablage und Absitzen in der Gruppe
Verhalten gegenüber anderen Hunden/ Stehen und Betasten
Steh, Sitz, Platz aus der Bewegung
Voraussenden in die Box
Distanzkontrolle

Clicker

Siehe auch Wikipedia: Klassische Konditionierung

Das ultimative Lernmittel für die Ausbildung über positive Verstärkung (So hört man immer wieder)! Oft wird es als die Rettung für alle Probleme gepriesen. Bei der klassischen Clickerausbildung sehe ich allerdings das Problem, dass selbstbelohnende Handlungen kaum zu beeinflussen sind. Außerdem besteht das Problem der Löschung, dass einen immer wieder dazu zwingt, den Clicker in direkter Verbindung mit der Belohnung (meist Leckerchen) einzusetzen.

Ein großer Vorteil ist allerdings, dass man das Lecker oder den Ball nicht mehr direkt in der Hand halten muss, um exakt und schnell zu bestärken. Dies ist auch für den Hundeführer ein großer psychologischer Vorteil bei der Prüfungsvorbereitung: Er kann sich vergewissern, dass sein Hund auch arbeitet, wenn ihm nicht direkt mit der "Wurst vor der Nase" herumgewedelt wird.

Für Trainer bietet der Clicker die Möglichkeit seinem Schüler einfach und direkt zu vermitteln, wann er seinen Hund zu bestätigen hat. Erfahrungsgemäß haben nämlich die meisten Anfänger gerade hier die größten Schwierigkeiten.

Mir selbst dauert das konsequente Shaping (Hund selbst die richtige Ausführung heraus finden lassen) im Bereich Obedience oft zu lange. Lieber führe ich den Hund durch passive Hilfen an die richtige Ausführung heran. Allerdings finde ich den Clicker gut, wenn man aus Entfernung eine bestimmte Handlung punktgenau bestätigen will. Dies ist z.B. sehr hilfreich beim Voraussenden in die Box, um dem Hund den genauen Stopppunkt zu vermitteln oder auch bei der Distanzkontrolle, um den Hund in der Bewegung zu stoppen, bevor er seine Pfoten zu weit versetzt hat. Ich selber benutze allerdings lieber eine kurzes Schlüsselwort zur Bestätigung. Den meine Stimme habe ich immer dabei und brauche auch keine Hand extra!

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Grundstellung

Die korrekte, immer gleiche Grundstellung ist das A und O einer perfketen Fußarbeit. Ich bin gerade dabei Zacs Grundstellung noch mal zu überarbeiten, da er die Vorderpfoten meist nicht auf einer Höhe hat und oft auch eine (die mir nahe) Pfote hochhält. Das unsymmetrische Setzen der Vorderpfoten ist ein Problem, das ich schon öfter bei jungen Hunden beobachtet habe. Ein Hund der ganz symmetrisch sitzt, sieht nicht nur in der Grundstellung besser aus, sondern hat auch in der Bewegung eine bessere Fußposition! Momentan überprüfe ich in jeder Grundstellung mit einem Blich nach unten (darf nicht zu lang sein, mann soll ja geradeaus schauen!!!), ob die Vorderpfote nicht bis zu meiner Fußspitze ragt. Korrektur erfolgt über rückwärtslaufen oder das Kommando 'Zurück' oder über die Hilfe mit der Hand als Target (Hand auf Höhe der Hosennaht). Langsam geht es immer öfter schon nur über Hörzeichen (Zurück) und, wenn er nicht zu hoch im Trieb ist, auch von alleine direkt beim Anhalten. Aber bis es zuverlässlich wie im Schlaf klappt, ist es noch eine langer Weg.

Bilder (von links nach rechts/ oben nach unten)

1) Grundstellung von der Seite: Rechte Vorderpfote zu weit vorne

2) Grundstellung von der Seite: Korrektur über Rückwärtsgehen

3) Grundstellung von vorne:  Rechte Vorderpfote zu weit vorne

4) Grundstellung von vorne:  So ist es perfekt!

GS Seite FehlerhaftGS Seite KorrekturGS Front FehlerhaftGS Front OK!!!

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Ablage, Absitzen in der Gruppe

Hier den Hund beim Zurückkommen nicht zu überschwenglich loben. Denn sonst warten viele Hunde sehr unruhig auf die Rückkehr ihres Menschen. Ein ruhiges Zureden am Ende der Übung ist angebrachter. Insbesondere, wenn nach der Platz-Übung noch die Sitz-Übung folgt, ist es nicht ratsam den Hund nach der Ablage zu sehr aufzudrehen.

Gruppenuebung 0

Gruppenübungen bei der BSP 2009, Klasse 2

Gruppenuebung 1

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Verhalten gegenüber anderen Hunden
Stehen und Betasten

Zähne zeigen Früher war auch das "Zähne zeigen" ein Bestandteil der Wesensprobe

Für mich sind dies sehr wichtige Beginner-Übungen, die leider oft mit viel zu wenig Gründlichkeit trainiert werden. Ich finde, dies ist fast ein kleiner "Wesenstest" innerhalb der Prüfung. Besonders für die Zuschauer und die weitere gute Führbarkeit des Hundes nehmen diese Übungen eine bedeutende Stelle ein. Bitte trainiert sie mit dem genügenden Respekt!

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Steh, Sitz, Platz aus der Bewegung

Viele werden beim Üben der Positionen aus der Bewegung beim Kommando langsamer oder drehen sich um, um dem Hund zu helfen. Für viele Hunde wird dann aber das Verlangsamen oder Drehen des Menschen zum Kommando, so dass diese Hilfe nur schwer abzubauen ist. Ich bevorzuge es, direkt ganz langsam Fuß zugehen. Dann muss ich meine Geschwindigkeit nicht verändern beim Kommando und der Hund hat trotzdem genügend Zeit das Kommando anzunehmen. Wenn der Hund sicherer wird, steigere ich auch langsam das Tempo. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass der Hund überhaupt die verschiedenen Kommandos in jeder Lage sicher beherrscht. Also erst mal ganz viel aus dem Stand üben!

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Voraussenden in die Box

Target: Ja oder Nein? Nachdem ich am Anfang meiner Obedience-Laufbahn sehr schlechte Erfahrungen mit dem Abbau des Leinen-Targets gemacht hatte, habe ich Targets lange Zeit abgelehnt.
Ich musste aber feststellen, dass für den Hund die Box zu groß ist, um die Mitte so ganz ohne weitere Hilfe zu erkennen. Aktuell vertrete ich folgende These:
Den Hund zuerst die Box ohne Target lernen lassen (z.B. durch vermehrtes Spiel in der Box). Wo der Hund in der Box hält, ist dabei egal. Aber er soll lernen, dass die Kegel etwas besonders Schönes anzeigen. Wenn der Hund die Box ohne weitere Hilfe findet, ein Target einführen, um ihm die Mitte zu zeigen. So sucht der Hund zuerst die Kegel (Erste Orientierung, Ferne) und dann erst das Target (Zweite Orientierung, Nahbereich). Das Target sollte nicht die Belohnung sein (Futter/ Ball), denn sonst beginnen viele Hunde zu suchen, wenn das Target in der Prüfung wegfällt. Je sicherer der Hund ist, desto gerader wird er zur Mitte der Box laufen. Irgendwann ist dies als der einzige Weg in seinem Kopf eingebrannt. Sucht der Hund zu oft, so schreiben sich viele mögliche Wege in sein Gehirn.

Distanzkontrolle (DK)

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Ziel ist es, dass entweder die Vorderpfoten oder die Hinterpfoten des Hundes sich nicht von der Stelle bewegen. Der Hundeführer muss hier sehr genau die Position der Pfoten beobachten, um nur die richtig guten Wechsel zu belohnen. Mir hilft es immer, mir ein "Gänseblümchen" oder ähnliches zu merken, das neben der Pfote ist.

Bei der DK kommt es ganz entscheidend auf das Timing beim Training an. Der Hundeführer muss seinen Hund genau beobachten, um im richtigen Moment zu bestätigen. Nur so lernt der Hund, wann er die Bewegung stoppen muss und verändert seine Position nicht.

Alle Trainingsmethoden hier aufzulisten, würde den Rahmen dieser Website sprengen. Daher im Folgenden nur eine paar Stichworte zum Nachdenken, Diskutieren und Ausprobieren.

1) Bei jungen Hunden direkt den richtigen Bewegungsablauf üben.

2) Helfen andere Kommandos in der DK (z.B. Down statt Platz), um dem Hund klar zu machen, wie er sich bewegen soll? Oder verwirren sie eher und man sollte die gleichen Kommandos verwenden?

3) Sind passive Hilfen (Tisch oder Einboxen) sinnvoll oder machen sie den Hund abhängig und ohne sie sieht er wieder eine völlig neue Übung? Hängt sicher von dem sonstigen 'Situation-Bild' ab, dass der Hund sich einprägt: Finde ich Rituale, die dem Hund genau sagen 'Jetzt bitte DK'?

4) Zu 'gute' Belohnungen können den Hund unruhig machen.

5) Kann der Hund die Wechsel aus der Nähe, kann man langsam die Entfernung steigern. Man muss aber, um die Präzision zu halten, auch immer wieder aus der Nähe üben.

6) Meist geht zuviel Präzision auf die Geschwindigkeit der Wechsel. Zuviel Geschwindigkeit bringt aber Positionsveränderungen. Hier muss man immer genau Maß halten und in keiner Richtung über das Ziel hinaus sdhießen.

DK PlatzDK SitzDK Steh

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